Fachbeiträge zur digitalen Transformation im Finanz- und Rechnungswesen

Automatisierung funktioniert - aber funktioniert auch das Betriebsmodell?

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57 Prozent der Finance-Teams implementieren oder planen Agentic AI — also KI-Systeme, die eigenständig Aufgaben orchestrieren, Entscheidungen vorbereiten und Prozesse kontextbezogen steuern (Quelle: Gartner, 2025). Gleichzeitig zeigt eine aktuelle KPMG-Analyse, dass 95 Prozent aller KI-Piloten nicht an der Technologie scheitern — sondern an Adoption, Governance und der Fähigkeit, neue Betriebsmodelle zu etablieren.

Diese Spannung definiert die Finance-Transformation 2026 präziser als jede Vendor-Roadmap. Der Finance Automation SUMMIT am 21. und 22. April will hierbei Abhilfe leisten und Raum für den Austausch über die aktuellen Herausforderungen und Brennpunkte in vier gezielten Diskussionsrunden geben.

Was KI im Finanzwesen wirklich verändert — und was noch Ankündigung bleibt

Die KI-Adoption im Finance-Bereich beschleunigt sich erheblich: Laut McKinsey (2025) nutzten 2024 erst 7 Prozent der CFOs Generative AI für fünf oder mehr Anwendungsfälle — 2025 sind es bereits 44 Prozent. Die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob KI eingesetzt wird, sondern welche Entscheidungen delegiert werden dürfen und wo menschliches Urteil unverzichtbar bleibt.

Das Eröffnungspanel inkl. seiner Diskussionsrunde stellt genau diese Frage: KI & Finance Automation: Wie verändert sich das Finanz- & Rechnungswesen? Die Diskussion soll klären, was heute belastbare Praxis ist — und was im Bereich Agentic AI noch konzeptionelles Versprechen bleibt. Hintergrund zu den aktuellen Entwicklungen: Von Compliance zur Transformation: Agentic AI als nächster Schritt für Finanzprozesse.

Was nach dem Go-Live wirklich zählt: Monitoring, Controls, Ownership

Die kritischste Phase der Finance-Automatisierung ist nicht die Einführung — sondern der Betrieb danach. Fragmentierte IT-Landschaften, fehlende End-to-End-Verantwortung und Kontrolllogiken, die erst im laufenden Betrieb versagen: Das sind typische Muster, die sich erst Monate nach dem Launch zeigen.

Die Diskussionsrunde Automation in Operations: Monitoring, Controls and Ownership After Go-Live (Tag 1, 12:50 Uhr) greift diese typischen Projektthemen auf. Konkret auf dem Tisch:

  • Welche Automatisierungsquote ist tatsächlich erreichbar — und was erklärt den Gap zwischen Potenzial und operativer Realität?
  • Wie erkennt man nach dem Go-Live, ob eine Automatisierung stabil läuft?
  • Welche Probleme entstehen erst im laufenden Betrieb?
  • Wie sollten Monitoring, Controls und Ownership organisiert sein?

Zum Hintergrund: Automatisierung im Finanzabschluss: Potenziale und zentrale Fragen zur Optimierung im Financial Close Management.

P2P zwischen Anspruch und Realität: Was KI am Operating Model verändert

Der Purchase-to-Pay-Prozess (P2P) — von der Bestellanforderung bis zur Lieferantenabrechnung — verspricht End-to-End-Integration. In der Praxis stoßen viele Unternehmen auf dieselben Blocker: mangelhafte Stammdatenqualität, fehlende Lieferanten-Standards, Systembrüche zwischen Einkauf und Finance.

Die E-Rechnungspflicht, die seit dem 1. Januar 2025 für B2B-Transaktionen in Deutschland gilt (Bundesministerium der Finanzen), ist dabei mehr als ein Compliance-Thema. Wer jetzt die Infrastruktur für strukturierte Rechnungsdaten aufbaut, schafft die Grundlage für weitgehende AP-Automatisierung — und einen messbaren Vorsprung bis zur vollständigen Pflicht ab 2027.

In der Townhall zum ersten Tag unter dem Thema Wie verändert die KI das Operating Model im P2P Ansatz (Tag 1, 15:40 Uhr) diskutieren wir, wo P2P-Umsetzungen aktuell noch stocken und welche Prioritäten jetzt gesetzt werden müssen. Mehr dazu: Veränderungen im ganzheitlichen Purchase-to-Pay Prozess: Auf dem Weg zur intelligenten Automatisierung.

Die Entscheidungen für 2026 — und die menschliche Seite der Transformation

Was darf 2026 nicht mehr vertagt werden? Das abschließende Panel Die 5 Entscheidungen für 2026: Prioritäten für Finance Automation & Agentic AI (Tag 2, 12:50 Uhr) setzt dann seinen Schwerpunkt nochmals auf der menschlichen Veränderungsebene vieler Punkte und adressiert die eingangs beschriebenen Scheiterungsgründe: Welche Weichen im R2R-, Accounting- und Abschlussumfeld sind jetzt zu stellen? Welche Veränderungen brauchen Finance-Teams, damit Automatisierung überhaupt wirksam wird?

Carline Halbe (Senior Consultant Business Transformation, CFGI Germany) beleuchtet in ihrem Vortrag Veränderte Rolle im Finanzwesen und die Anforderungen an Befähigung und Veränderung genau diese menschliche Dimension — und diskutiert anschließend gemeinsam mit Manuel König (SIR business consulting) die strategischen Prioritäten für das kommende Jahr.

Finance-Transformation ist kein reines Technologieprogramm. Das zeigt sich immer wieder in den Diskussionen: Es gilt die neuen technologischen Innovationen in die Arbeitsweisen zu integrieren und zu etablieren.

Die Fragen sind offen — die Diskussion beginnt am 21. April

Mit dem Finance Automation SUMMIT 2026 möchten wir wieder einen Raum für den digitalen Austausch zu bieten — während der Online-Konferenz im Chat und darüber hinaus in den Gruppenforen. Im Mittelpunkt stehen dabei wichtige Fragen aus den Praxisprojekten — wie Betriebsmodelle tragfähig gestaltet werden, wer die Verantwortung für KI-gestützte Entscheidungen trägt, wie Organisationen den Wandel absorbieren —, für die wir hoffentlich gemeinsam mit den Teilnehmenden Impulse und Antworten finden.

Der Finance Automation SUMMIT findet als virtuelle Konferenz am 21. und 22. April 2026 statt. Zum vollständigen Programm und zur Anmeldung: Finance Automation SUMMIT 2026.

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