Die Technologie ist nicht mehr die Herausforderung. Das Operating Model ist es.

Die Technologie ist nicht mehr die Herausforderung. Das Operating Model ist es.
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Wie Automatisierung die Finanzfunktion verändert: Vier Leitfragen für Verantwortlichkeiten, Datenqualität und neue Kompetenzprofile.

Technologische Innovationen und Automatisierung sind im Finanzwesen des Mittelstands längst verfügbar, doch die eigentliche Herausforderung liegt in der organisatorischen Umsetzung. Im Zentrum dieses Impulses steht die Frage, wie Finanzorganisationen ihr Operating Model so gestalten, dass Verantwortlichkeiten, Governance und Wertschöpfung auch unter Bedingungen fortschreitender Automatisierung gesichert bleiben. Der Beitrag zeichnet sich durch einen konsequenten Perspektivwechsel aus: Nicht die Technologie, sondern die Führungs- und Organisationsstruktur rückt in den Fokus. Praxisbeispiele und empirische Befunde aus der Beratungspraxis verdeutlichen die Diskrepanz zwischen technischer Machbarkeit und tatsächlicher organisatorischer Anpassungsfähigkeit.

Die Argumentation folgt drei zentralen Befunden: Erstens fehlt in vielen Unternehmen ein klares Regelwerk, wer bei automatisierten Entscheidungen Verantwortung übernimmt. Zweitens mangelt es an Orientierung für Mitarbeitende, was die Transformation erschwert. Drittens verändert sich die Rolle der Finanzfunktion grundlegend – vom Gatekeeper zum Architekten der Transformation. Vier Leitfragen strukturieren die Anforderungen an ein zukunftsfähiges Operating Model: Arbeitsteilung, Verantwortlichkeiten zwischen Mensch und Maschine, Datenqualität sowie neue Kompetenzprofile. Praxisbeispiele, wie die Einführung von Repetitive Robots oder ERP-Systemen, illustrieren die Notwendigkeit eines konsistenten Datenmodells und gezielter Personalentwicklung. Die Empfehlung lautet, jede Technologieentscheidung an der Passung zum eigenen Operating Model auszurichten und die Finanzfunktion als aktiven Gestalter der Transformation zu positionieren.

Das technische Problem ist gelöst – was fehlt, ist ein strukturiertes Operating Model, das klar regelt, wie Mensch und Maschine in der Finanzorganisation zusammenarbeiten. – Christoph Gentz

Die Geschwindigkeit der Technologie hat die Organisation überholt; ohne systemisches Denken und Governance bleibt Automatisierung eine Wette statt einer Strategie. – Christoph Gentz

Die entscheidende Frage ist nicht, was die Maschine kann, sondern wie sie in das Betriebssystem der Organisation passt. – Christoph Gentz

  • Technologie ist nicht mehr die Herausforderung – die Lücke liegt im Operating Model der Finanzorganisation.

  • Die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung überholt die organisatorische Anpassungsfähigkeit; 70% der Unternehmen haben keine ausreichende Governance für agentische Automatisierung.
  • 44% der Mitarbeitenden verstehen nicht, warum Transformation stattfindet – fehlende Orientierung ist ein Führungsproblem.
  • Die Finanzfunktion muss vier zentrale Fragen beantworten: Arbeitsteilung, Verantwortlichkeiten, Datenqualität und benötigte Fähigkeiten.
  • Transformationen, die von der Finanzfunktion selbst geführt werden, sind um den Faktor 2,6 erfolgreicher als andere.

Die zentrale Herausforderung für CFOs im Mittelstand liegt nicht mehr in der Auswahl oder Implementierung neuer Technologien, sondern in der konsequenten Neugestaltung des Operating Models der Finanzorganisation. Der Beitrag legt offen, dass die eigentliche Transformationsbarriere weniger technischer Natur ist, sondern in der fehlenden organisatorischen Klarheit über Verantwortlichkeiten, Entscheidungswege und die Nutzung freigesetzter Ressourcen besteht. Die Automatisierung verschiebt die Verantwortung von der IT auf die Führungsebene der Finanzfunktion, die nun definieren muss, wie Governance, Datenqualität und Kompetenzentwicklung in einer hybriden Mensch-Maschine-Organisation sichergestellt werden. Das Operating Model Gap entsteht dort, wo technologische Möglichkeiten schneller wachsen als die Fähigkeit der Organisation, diese in sinnvolle, wertschöpfende Prozesse zu überführen. Besonders kritisch ist die fehlende Orientierung der Mitarbeitenden, die Transformation als Blackbox erleben und deren Unsicherheit auf Defizite in Führung und Kommunikation zurückzuführen ist. Die Finanzfunktion steht damit vor einem strukturellen Zielkonflikt: Sie muss einerseits Effizienz und Automatisierung vorantreiben, andererseits neue Rollen, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen gestalten, ohne den kulturellen Zusammenhalt zu verlieren.

Für die Praxis bedeutet das: CFOs und Leitungen von Finanzorganisationen sind gefordert, das Betriebssystem ihrer Abteilung aktiv zu gestalten und nicht nur Tools zu implementieren. Der Beitrag fordert dazu auf, vier zentrale Prinzipien in den Mittelpunkt zu stellen: klare Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine, eindeutige Verantwortungszuweisung bei automatisierten Entscheidungen, Sicherstellung einer konsistenten Datenbasis und gezielte Entwicklung neuer Fähigkeiten. Die Perspektive verschiebt sich damit von der reinen Technologieadaption hin zur Führungsaufgabe, die Transformation als kontinuierlichen, von der Finanzfunktion selbst gesteuerten Prozess zu begreifen. Die Integration von Automatisierung wird so zum Hebel für Wertschöpfung und Governance, vorausgesetzt, die Organisation nutzt die entstehenden Freiräume für Lernen, Prozessdesign und die Entwicklung neuer Rollen. Damit leistet der Beitrag einen inspirierenden Impuls für CFOs, die strategische Steuerung der Transformation nicht zu delegieren, sondern als Kernaufgabe der eigenen Funktion zu etablieren.

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