Christian Brestrich beleuchtet die regulatorischen und technischen Entwicklungen der E-Rechnungspflicht in Europa und fokussiert auf die Unterschiede in den nationalen Umsetzungen. Der Vortrag, gehalten auf dem Shift/Finance Elektronischer Rechnungstag 2022.1, bietet eine tiefgehende Analyse der Herausforderungen, denen sich Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen gegenübersehen. Besonders hervorgehoben wird die Rolle strukturierter Datenformate wie XML, die für Automatisierung und Compliance entscheidend sind. Brestrichs Perspektive ist geprägt von der Notwendigkeit einer Vereinheitlichung der Definitionen und Formate, um Unsicherheiten zu reduzieren und die Effizienz zu steigern.
Der Vortrag stellt Italien als Vorreiter mit seinem zentralen Clearing-Modell dar, während Frankreich ein dezentraleres Modell plant. Brestrich diskutiert die EU-Norm EN16931, die zwar Kernelemente definiert, aber nationale Anpassungen zulässt, was zu unterschiedlichen Formaten führt. Er betont die Bedeutung der Standardisierung und die Überwindung föderaler Hürden, um praktikable Lösungen zu schaffen. Die Diskussion um die Modularisierung der X-Rechnung und die Herausforderungen der Digitalisierung in Deutschland verdeutlichen die Komplexität der Thematik. Brestrich empfiehlt, Erfahrungen aus Nachbarländern zu nutzen, um ein funktionierendes elektronisches Meldesystem zu entwickeln, das insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen praktikabel ist.