Elektronische Rechnungsstellung im B2B- und B2G-Kontext steht vor einem grundlegenden Wandel: Ab 2025 gilt die Empfangsverpflichtung für elektronische Rechnungen im XML-Format, ab 2027 folgt die Austauschpflicht für größere Unternehmen. Die Keynote beleuchtet die regulatorischen Vorgaben, technischen Herausforderungen und praktischen Umsetzungsfragen, die sich insbesondere für mittelständische Unternehmen und deren Finanz- und IT-Verantwortliche ergeben. Im Mittelpunkt stehen die Unterschiede und Anforderungen der Formate XRechnung und ZUGFeRD, die Rolle der europäischen Norm 16931 sowie die Auswirkungen der gestaffelten Einführungspflichten auf die Prozesslandschaft.
Christian Brestrich analysiert typische Fehlerquellen bei der Erstellung, Validierung und Übertragung elektronischer Rechnungen. Er erläutert die mehrstufige Validierung – von der Schema-Prüfung über die Einhaltung der Business Rules bis zu den umsatzsteuerlichen Anforderungen – und zeigt auf, wie Format- und Inhaltsfehler die Automatisierung und den Vorsteuerabzug gefährden. Praxisbeispiele verdeutlichen Probleme bei der Datenqualität, der parallelen Nutzung von PDF und XML sowie bei der Integration in bestehende Buchhaltungssysteme. Die Diskussion umfasst auch Ausnahmen, Herausforderungen bei der Stammdatenpflege und die Notwendigkeit, Softwareanbieter stärker in die Pflicht zu nehmen. Abschließend gibt Brestrich konkrete Handlungsempfehlungen für die rechtskonforme Umsetzung und verweist auf die Bedeutung klarer Kommunikation mit Geschäftspartnern.