End to end - Digitaler Rechnungsprozess (DiRePro) der AOK Baden-Württemberg

End to end - Digitaler Rechnungsprozess (DiRePro) der AOK Baden-Württemberg

Digitalisierung im Rechnungswesen: Erfahren Sie, wie AOK Baden-Württemberg durch S/4HANA Finance Prozesse optimiert und Kosteneinsparungen erzielt.

Jörg Mehrer, Leiter des Referats Finanzbuchhaltung bei AOK Baden-Württemberg, bietet im Rahmen der Shift/HR Talks 2022 praxisnahe Einblicke in die Digitalisierung des Rechnungsprozesses im öffentlichen Sektor. Der Vortrag beleuchtet die Transformation von einem papierbasierten zu einem vollständig digitalen Workflow unter Einsatz von SAP S/4HANA Finance. Besonders hervorzuheben ist die detaillierte Darstellung der Herausforderungen und Lösungsansätze, die bei der Umstellung auf digitale Prozesse auftreten, sowie die Bedeutung der frühzeitigen Einbindung von Mitarbeitenden und IT-Abteilungen.


Der Vortrag betont die Notwendigkeit einer gründlichen Ist-Analyse, um ineffiziente analoge Prozesse zu identifizieren und zu optimieren, bevor sie digitalisiert werden. Mehrer beschreibt, wie die Digitalisierung Fehlerquellen reduziert und Transparenz durch Workflow-Tracking erhöht. Ein zentraler Scanprozess ersetzt die bisherigen physischen Belege, was Ressourcen spart und die digitale Archivierung ermöglicht. Die Umstellung verspricht erhebliche Kosteneinsparungen, wobei mindestens ein Euro pro Rechnung eingespart werden kann. Die Einbindung der Mitarbeitenden und die Anpassung der IT-Infrastruktur sind entscheidend für den Projekterfolg, wobei die IT als technologische Basis fungiert und die Mitarbeitenden die Umsetzung aktiv gestalten.

Der Ist-Prozess im Unternehmen der AOK Baden-Württemberg ist in einfachen Sätzen gesagt noch sehr stark Steinzeit-lastig. – Jörg Mehrer


Wer einen beschissenen Ist-Prozess hat, wird auch einen beschissenen Digitalprozess haben. – Jörg Mehrer


Die frühzeitige Beteiligung der IT und der Mitarbeitenden ist absolut maßgeblich für den Erfolg eines Projekts. – Jörg Mehrer

  • Ein ineffizienter analoger Prozess führt auch bei Digitalisierung zu einem ineffizienten digitalen Prozess – die Ist-Analyse ist essenziell.
  • Die Digitalisierung des Rechnungsprozesses reduziert Fehlerquellen wie Doppelzahlungen und steigert die Transparenz durch Workflow-Tracking.
  • Mitarbeiterbeteiligung und frühzeitige Einbindung der IT sind entscheidend für den Erfolg von Digitalisierungsprojekten.
  • Ein zentralisierter Scanprozess und die Abschaffung physischer Belege sparen Ressourcen und ermöglichen digitale Archivierung.
  • Die Umstellung auf digitale Rechnungsprozesse kann erhebliche Kosteneinsparungen erzielen, z. B. mindestens 1 Euro pro Rechnung.

Die Digitalisierung des Rechnungsprozesses im öffentlichen Sektor offenbart ein strategisches Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt und organisatorischen Barrieren. Der Beitrag verdeutlicht, dass die Transformation von analogen zu digitalen Workflows nicht nur eine technische Herausforderung darstellt, sondern auch tief in bestehende Strukturen und Denkweisen eingreift. Ein zentraler blinder Fleck liegt in der Annahme, dass Digitalisierung automatisch Effizienzsteigerung bedeutet. Ohne eine gründliche Ist-Analyse und Prozessoptimierung bleibt ein ineffizienter Prozess auch digital ineffizient. Die Verantwortung für den Erfolg solcher Projekte verschiebt sich von der IT-Abteilung hin zu einer kollaborativen Anstrengung, die alle beteiligten Akteure einbindet. Hierbei treten kulturelle Widerstände und Veränderungsbarrieren zutage, die überwunden werden müssen, um die gewünschten Effekte zu erzielen.


Der Beitrag liefert handlungsrelevante Impulse, indem er die Bedeutung der Mitarbeiterbeteiligung und der frühzeitigen Einbindung der IT betont. Diese Prinzipien sind entscheidend, um Akzeptanz und Nachhaltigkeit der digitalen Transformation sicherzustellen. Die Reflexion über die Notwendigkeit einer zentralen Scanstelle und die Abschaffung physischer Belege zeigt, wie operative Praxis und strategische Ziele miteinander verknüpft werden können, um kulturellen Wandel zu fördern. Die Zielgruppe wird aufgefordert, über den reinen Technikeinsatz hinauszudenken und die Transformation als ganzheitlichen Prozess zu begreifen, der sowohl organisatorische als auch kulturelle Aspekte berücksichtigt. Dies verschiebt die Perspektive von einer rein technischen zu einer integrativen Betrachtung, die langfristige Effizienz und Compliance sicherstellt.

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